Biographie Malinowski & Radcliffe-Brown (1920-1945)
*Gründer der modernen Britischen Sozialanthropologie
*Vertreter & Begründer des britischen Funktionalismus
*berühmte Feldforscher, die immer Rivalen im wissenschaftlichen Wettstreit waren
Inhalt der Biographie
1. Lebensdaten
2. Bildung
3. Beeinflussung durch bedeutende
Persönlichkeiten
4. Arbeit & Forschung
5. Hauptwerke
5. Bibliographie
6. Funktionalismus (ihre zwei unterschiedliche Sichtweisen)
7. Kritik an ihrer Person
8. Auf wen sie Einfluss hatten
9. Quellen
Bronisław Kasper Malinowski
1. Lebensdaten
* 7.April 1884 in Krakau
( aus polnischer Adelsfamilie)
† 16.Mai 1942 in New Haven (USA)
2. Bildung
King Jan Sobieski Public School
1908 Abschluss in Mathematik, Physik und
Philosophie (Jagiellonian University Krakow)
studierte Physical Chemistry (Universität Leipzig)
1909 bekam das „Barczewski“ Stipendium für das Training zum Universitätsprofessor
1910/1911 Reise nach London
(um Untersuchungen am British Museum und an der London School
of Economics & Political Science zu machen)
1913 studierte Anthropologie an der LSE
(London School of Economics)
1916 Abschluss in Science
3.Beeinflussung durch bedeutende Persönlichkeiten
~ Ernst Mach (naturwissenschaftlicher Philosoph)
~ Linguistik
~ Frazers "The Golden Bough" (Cambridge, „armchair Anthropology“,
study of magic and religion)
~ war Schüler von Seligman
(einer vom Torres Straits-Team, lehrte in Cambridge)
4. Arbeit & Forschung
1914-1916 and 1917-1918 Robert Mond Anthropological Expedition (New Guinea and
North-West Melanesia)
1918 returned to Australia
1919 married Elsie Rosaline Masson
1920-1922 travelled with her around Europe
1923 Malinowski accepted a Lectureship in Social Anthropology at LSE
1924 promoted to Reader and
1927 (to 1942) became Professor of Anthropology (made various trips to Central and South
America and to lecture around the World)
1926 he journeyed to the USA and Mexico by invitation of Laura Spelman Rockefeller Memorial,
visiting Universities and the Pueblo Indians
1933 Messenger Lecturer at Cornell University
1936 lectured at Harvard University and the Institute for Comparative Research in Human
Culture in Oslo
1939 he served as a Visiting Professor at Yale University during his career he carried out a
range of fieldwork
1934 travelled to South and East Africa to conduct 'survey work' among the Bantu tribes (Swazi,
Bemba, Chagga, and Bantu Kavirondo)
1941-1942 carried out fieldwork in the Valley of Oaxaca, Mexico- was involved with the work of
a number organisations and institutions
5. Bibliographie
1922 "Argonauten des westlichen Pazifik"
1927 "The father in the primitive
psychology"
1929 "Das Geschlechtsleben der Wilden in
Nordwest-Melanesien"
1935 Coral Gardens and their Magic
1944 A Scientific Theory of Culture and Other
Essays
1948 Magic, Science and Religion
1949 "A Scientific Theory of Culture
(Wissenschaftliche Theorie der Kultur)
1949 "Sitte und Verbrechen bei den
Naturvölkern"
1951 "Die Dynamik des Kulturwandels"
1951 "Kultur und Freiheit"
1967 Tagebücher Malinowskis (herausgegeben
von Valetta Malinowski
6. Hauptwerke
1922 "Argonauten des westlichen Pazifik"
Malinowski = "Vater der Feldforschung" & Begründer der Teilnehmenden
Beobachtung ( heute: Kernstück der empirischen Arbeit der Anthropologie)
er propagierte: *lange Feldforschungsaufenthalte mit engem Kontakt zu den
Informanten über einen langen Zeitraum hinweg,
*Feldforschung = Teilnehmende Beobachtung „participation“
(Forscher teilt über einen längeren Zeitraum das Alltagsleben der
von ihm erforschten Menschen und beobachtet sie dabei)
- bekannteste lange teilnehmende Beobachtung ergab sich aus einem Zufall
* 1914 Reise zu den Trobriand - Inseln (Südsee) ,
* der 1.Weltkrieg ausbrach
* von australischer Regierung als Kriegsgegner interniert
(wegen Pass der kaiserlich-königlichen Doppelmonarchie Österreich-Ungarn)
* genau dort interniert, wo er ohnehin seine Feldforschung betreiben wollte
(musste sich nur von Zeit zu Zeit bei einem britischen Kolonialbeamten melden,
konnte seinen Forschungen nachgehen)
* 3 ½ Jahre = wahrscheinlich längste antropologische Feldforschung, die jemals betrieben wurde
-lernte die Sprache der Trobriander
-führte täglich ein „field diary“
Malinowski trennte klar zwischen Social Anthropology und History
- Ansicht : ein kulturelles Phänomen in der Gegenwart darf nicht aus der Geschichte heraus erklärt werden, sondern müsse anhand seiner heutigen Funktion für die betreffende Kultur erklärbar sein
- erkennt, dass die Person des Ethnologen die Forschung beeinflusst
- entfernt sich zunehmend vom Evolutionismus
- er gilt als Kulturdeterminist
- setzte sich mit der Psychoanalyse (Sigmund Freud) auseinander
(verwies auf die interkulturellen Unterschiede von sexuellen & andere wichtigen sozialen Beziehungen (Eltern-Kind-Beziehungen),
- warnte davor, Freuds Erkenntnisse auf fremde Kulturen zu projizieren
(2.Werk über Trobriander: „Das Geschlechtsleben der Wilden in Nordwest-Malanesien“)
7. Funktionalismus (ihre zwei unterschiedliche Sichtweisen)
Funktionalismus = Betrachtung soziokultureller Erscheinungen unter dem Gesichtspunkt ihrer Funktion
„biopsychological functionalism“
„…all institiutions of a society are linked to each other…
every cultural phenomen ought to be studied in its full context…
inborn human needs are the driving force in the developement of social institutions…“
(Errikson,p.15)
Kultur als instrumenteller Apparat zur Befriedigung von Basic
Needs
-Nutrition
- Reproduction; Marriage and family
- Bodily comforts; Domicile and dress
-Safety; Protection and defense
- Relaxion; Systems of play and repose
- Movement; Set activities and systems of communication
- Growth; Training and apprenticeship
Kultur als System von Gegenständen, Einstellungen und Handlungen
(die als Mittel zum Zweck dienen)
Kultur als Ganzes, alles steht in gegenseitiger Abhängigkeit,Handlungen sind organisiert in Institutionen (Fam., Clan., wirt. Zusammenarbeit,...)
8. Kritik an ihrer Person
•teilweise rassistische Tagebuchaufzeichnungen
•Fehlende Auseinandersetzung mit Informanten
•gibt teilweise Ideen früherer Anthropologen (z.B. Boas) als seine eigenen aus
•betrieb Ehtnologie aus der eingeschränkten Sicht eines trobriandischen Ethnozentrismus
9. Auf wen er Einfluss hatte
wichtigsten Schüler
Sir Edward E. Evans Pritchard
Raymond Firth
Phyllis Kaberry
Issac Schapera
Hilda Kuper
Monica Wilson
Jomo Kenyatta (Magisterarbeit,
1938 veröffentlicht, Titel "Facing Mount Kenya" mit Vorwort von Malinowski)
Einfluß auf nordamerikanische Kulturanthropologie die soziologische Theorie der Institution
(Helmut Schelsky) in Deutschland
Alfred Radcliffe-Brown
1. Lebensdaten
* 17.Januar 1881
in Birmingham, England
† 24.Oktober 1955 in London
•! geb. als
Alfred Reginald Browns
(1926 Namensänderung)
2. Bildung
1904 Bachelor in Cambridge Studium Psychologie & Ökonomie
-in seiner Jugendzeit war er aktiver Anarchist,
(Kommilitonen nannten ihn "Anarchy Brown“)
3. Beeinflussung durch bedeutende Persönlichkeiten
befasste sich sein ganzes Leben mit der
zentralen Frage, ob und auf welche Weise
Menschen ohne Herrschaft und ohne
Staat leben können)
~ P´ter Kropotkin (radical and anticolonial views)
~ von seinem Lehrer Emile Durkheim
(Soziologe)
~ Philosophen Thomas Hobbes &
Jean Jacques Rousseau
•Hobbes Standpunkt : Menschen brauchen eine starke Hand, sonst
kommt es zum Krieg, jeder gegen jeden
•Rousseaus Standpunkt: Menschen können sehr gut ohne Staat
miteinander leben, wenn sie sich an ein
paar, einmal geschlossene Vereinbarungen
halten (Gesellschaftsvertrag)
•Brown befasste sich mit Herrschaftssystemen & Organisationsformen nicht-industrieller
Gesellschaften und arbeitete Rousseaus Ansätze weiter aus
+ Idee der staatenlosen Selbstregulierung nicht-industrialisierter Gesellschaften
geht vom "Gleichgewichtsmodell" aus ,veranschaulicht in der "Blattmetapher":
Die Struktur der Adern gegenüber der Funktion der Flächen spielt zusammen und ergibt als Ganzes das System-Blatt.
- daraus entwickelte sich die „Segmentäre Theorie“
4. Arbeit & Forschung
•während des 1.Weltkrieges war er Erziehungsleiter
im Königreich Tonga
•anschließend lehrte er an verschiedenen Universitäten
Trinity College
University of Cape Town,
Sydney,
Chicago,
Oxford,
Farouk I Universität in Alexandria,
Rhodes University S.A.
5. Bibliographie
1913 The Three Tribes in Wester Australia
1922 The Andaman Islander
1933 Social Organization of
Australian Tribes
1950 African System of Kinship and
Marriage
1951 The Comparative Method in Anthropology,
Religion and Society
1952 Structure and Function in Primitive
Societies
1957 Natural Science of Society
6.Hauptwerke
1922 The Andaman Islander
- Ausgesucht nach Evolutionskriterien (primitiv, unterste Ebene der Menschheit, negrid, kleinwüchsig, Jäger-& Sammlergesellschaft)
-10 Monate dort – Ergebnisse erfolglos, Veränderung der Bewohner durch
Britische Siedlung und Strafkolonie Jahre zuvor
-Nutzte Daten ~ unter Einfluss Durkheims ~ betrachtete sie aus Sicht der
Soziologie
-Aufbauend auf diese Daten: untersuchte er 1911-1912 Stämme in North-West – Australien und Auswirkungen auf sie durch Organisationen
-„The social Organisation of Australien Tribes“
- „Structure and Function in Primitive Society“
7. Funktionalismus
•„structural functionalism“
„ His theory, known as Structural-functionalism, saw the acting individual as theoretically unimportant, ephasising instead the social institutions (including kinship, norms,…)“
(Errikson,p.15)
-sah Institutionen als Schlüssel zum Erhalt der globalen sozialen Ordnung der
Gesellschaft (analog zu den Organen des Körpers)
-seine Studien der sozialen Funktion untersuchen, wie Bräuche zur Erhaltung der
allgemeine Stabilität der Gesellschaft beitragen
-zusammen mit den Ergebnissen von Bronislaw Malinowski nahmen seine Beiträge
den stärksten Einfluß auf den Strukturfunktionalismus
8. Kritik an ihrer Person
•unterlag starker Generalisierung und einem Reduktionismus
–Handlungen von Individuen werden unter Normen stereotypisiert (Individuum nur als "Rollenträger" von Interesse)
–Unterschiede (zwischen Gesellschaften) und Variationen (innerhalb einer Gesellschaft) werden ignoriert
•Kultur als nicht relevant betrachtet
•statischer Blick auf Entwicklung von Gesellschaften vernachlässigt sozialen Wandel
•das Ausmaß des Kolonialismus wird von ihm nicht thematisiert
9. Auf wen er Einfluss hatte
Schüler
Sir Edward E. Evans Pritchard
Meyer Fortes
I. Schapera J. Goody
hatte Einfluss auf
Claude Lévi-Strauss
Victor Turner
W.E.H. Stanner
Mary Douglas
Edmund Leach.
10. Quellen
•Wikipedia, der freien Enzyklopädie (www.wikipedia.de)
•*http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~tkirrste/bronislaw_malinowski.html
•Bilder: www.lse.ac.uk/library/archive/gutoho/images/malinowski.jpg
•http://www.vanderbilt.edu/AnS/Anthro/Anth206/malinowski2.JPG
•www.studioantropologico.it/public/new/images/radcliffbrown.gif
•Small Places ,Large Issues (Erikson)
•One Dicipline, Four Ways (Barth)

2 Comments:
Hallo Madlen!
Ich möchte dich nicht unter Druck setzen, aber könntest du dein Referat möglichst bald veröffentlichen, denn es war wirklich sehr gut, und die Folien waren sehr übersichtlich und ausführlich. Ich könnte das gut gebrauchen. Danke, Matthias
Sorry,konnte leider nicht früher veröffentlichen aus persönlichen Gründen.
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